Curaçao

… ganz entspanntes Abtauchen!

Tauchen auf Curaçao soll locker und gemütlich sein! Deshalb haben wir uns die kleine Karibikinsel im Sommer 2016 als Tauchziel ausgesucht, um auf eine vierwöchige Erkundungstour über und unter Wasser zu gehen – es war traumhaft und sehr entspannend! 

Die Insel

Als zum Königreich der Niederlande gehörende Insel trifft man auf Curaçao natürlich auf viele Holländer, die ihren Traum vom Auswandern leben oder einfach nur Urlaub machen. Landesprachen sind papiamentu, holländisch und englisch, die Einreise ist als EU-Bürger unkompliziert.Die Insel ist geprägt von Kakteen, türkis-blauen Buchten, kleinen Örtchen, ehemaligen Landhäusern, der einzigen und gleichzeitig Hauptstadt Willemstad mit ihren bunten Häusern und Unmengen von Echsen in allen Größen. Der Südosten ist recht belebt, der Nordwesten sehr einsam. An der Ostküste reiht sich eine Lagune mit tollen Tauchplätzen an die nächste. Der Westen ist rau, klippig, windig und steppenartig, aber mit dem entsprechenden Pickup und Allrad-Antrieb macht es viel Spaß, auch diese Küste zu erkunden. Ein Abstecher in den Christoffelpark darf zudem nicht fehlen, man wird mit atemberaubenden Aussichten belohnt.

Willemstad

Willemstad ist die Hauptstadt Curaçaos und mit ca. 125.000 Einwohner die größte Stadt der niederländischen Gebiete in der Karibik. Sie liegt am Südwestufer der Insel und besitzt einen natürlichen Hafen, Schottegat genannt, der durch die Sint Annabaai vom Meer abgeschirmt wird. Die beiden gegenüberliegenden Stadtteile Punda und Otrabanda („die andere Seite“) werden seit 1886 durch die Fußgängerbrücke Queen-Emma-Bridge oder salopper „Swinging Old Lady“ verbunden. Sie kann zur Seite gefahren werden, um Schiffe durchzulassen, nicht selten große Öltanker, die die zahlreichen Raffinerien der Insel anfahren.

Die kunterbunten kolonialen Stadtteile erinnern an ein kleines Amsterdam mit karibischen Flair. Punda ist der historischste Teil von Willemstad und mit seinen Märkten und Boutiquen auch die Shopping- und Souvenier-Adresse. Leider wird es hier sehr voll, wenn ein Kreuzfahrtschiff seine Passagiere ausspuckt. Uns war es beim ersten Besuch deshalb zu stressig. In Otrabanda trifft am in seinen verwinkelten Gässchen und versteckten Plätzen eher auf das einheimische Leben der Stadt.

Leben auf Curaçao

Wir haben uns bei Nos Krusero Apartments ganz im Nordwesten der Insel in Sabana Westpunt eingemietet. Die Vermieter sind sehr nett und hilfsbereit. Das Nos Krusero hat Appartements in verschiedenen Größen mit praktisch eingerichteten Wohn- und Schlafräumen im karibischen Stil, großen und sehr gut ausgestatteten Küchen, Terrassen bzw. Balkone mit Hängematten und einem schönen Pool. An den Wochenenden kommen Einheimische nach Westpunkt zum Kurzurlaub, dann kann es schon mal etwas lauter werden. Sonst ist der Nordosten sehr ruhig, ein Mietwagen ist also ein Muss. Diesen bekommt man überall – am Flughafen, in Willemstad, aber auch über die Tauchschulen und Apartment-Vermieter.

In dem kleinen, verschlafenen Nest Westpunt gibt es keinen klassischen Supermarkt. Gelegentlich hat ein „Minimarket“ geöffnet, in dem man Bier, Zigaretten, Chips, Tütensuppen, diverse Hygieneartikel und chinesisches Essen kaufen kann – das Essen haben wir aber nicht getestet. Die Minimarkets auf Curaçao sind ausnahmslos in chinesischer Hand, in unregelmäßigen Abständen über die gesamte Insel verteilt und zudem Treffpunkt bzw. Kneipe für Jung und Alt. Viele dieser Verkaufsstände verstecken sich hinter dicken Gitterstäben, aber man bekommt immer kalte Getränke – das Deko-Bier nach dem Tauchtag ist also jederzeit gesichert. Zu größeren Einkäufen lohnt es sich dennoch, nach Willemstad in die Supermärkte zu fahren.

Kulinarisch ist die Zugehörigkeit zur Niederlande ständig präsent – überall gibt es Pommes und jede Menge frittierte Speisen. Das Leitungswasser ist problemlos trinkbar.

Unsere Lieblings-Restaurants bei Westpunt, die auch einheimische Speisen anbieten:

  • Landhuis Miesje: sehr schöne Atmosphäre im Garten eines kleinen Landhauses
  • Blue View Sunset Terrace: Bistro-Restaurant über dem Playa Forti mit Aussicht
  • Janchies: nur mittags geöffnet, keine Speisekarte
  • Sol Food: nur Freitag und Samstag geöffnet, leckere Pizza, Reservierung notwendig

Mietwagen

Das erste Auto haben wir bei Check24 gemietet – unbedingt die Buchungsbestätigung ausgedruckt mitnehmen, falls man sofort am Flughafen ein Auto abholen muss, sonst bekommt man Probleme bei der noch etwas rückständigen Fahrzeugübergabe der Autovermietungen. Später haben wir bei einer einheimischen Vermietung wesentlich günstiger zuschlagen können. Wenn man viel tauchen möchte, ist ein Pickup sinnvoll, um die Flaschen und das nasse Equipment zu transportieren. An einem Vollkasko-Paket ohne Selbstbeteiligung sollte man ebenfalls nicht sparen, falls man keine Kreditkarte hat, die dies beinhaltet. Der Tipp, das Auto an den Tauchplätzen nicht zu verschließen, hat uns sicherlich einige Unannehmlichkeiten erspart, denn Einbrüche sind an der Tagesordnung. Wir haben den Fehler, das Auto abzusperren, nur einmal auf Verlangen unserer einheimischen Autovermietung gemacht und prompt wurde das Auto aufgebrochen. Daran, dass gelegentlich unsere Sachen im Auto durchwühlt waren, haben wir erkannt, dass Einbrüche wohl öfter passiert wären, wenn wir abgeschlossen hätten – also niemals Wertsachen im Auto lassen und den Autoschlüssel im Taucherei mitnehmen.

Curacao_036

Während der Fahrt über die Insel huschen ständig die kleinen Echsen über den Weg – das Ausweichen gelingt dabei leider nicht immer. Man sollte auch mit den Fehlern der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen, denn Bier und Rum sind für viele Einheimische beliebte Durstlöscher und Polizeikontrollen sucht man vergebens. 😉

Tauchen

Die Nos Krusero Apartments liegen gegenüber der Tauchschule Go West Diving, die sehr gut ausgestattet ist und eine ideale Lage hat. In der Tauchschule bucht man am besten ein Non-Limit-Paket, das lohnt sich ab 3 Tauchgängen pro Tag. Wir hatten eigene Ausrüstung dabei, so brauchten wir nur Flaschen und Blei und das Auto wurde mit Pressluftflaschen („Nitrox 🙂 for free“) für den ganzen Tag vollgeladen (bis zu 5 Flaschen pro Person und Tag). An einigen Tauchspots kann man die Flaschen auch vor Ort leihen – das lohnt sich allerdings nur dort, wo Eintritt bzw. eine Nutzungsgebühr erhoben wird (z. B. Porto Marie und Blue Bay), da dann die Flaschen meist inkludiert sind.

Wir tauchten von Nordwesten in Etappen nach Süden, dabeihat uns der Tauchreiseführer von Curaçao Divers sehr gute Informationen geliefert. Je näher man Willemstad kommt, umso touristischer werden die Strände und Tauchspots. Leider wird das Wasser dann auch trüber. Dennoch gibt es im Süden einige Tauchplätze, die man gesehen haben muss.

Außergewöhnlich ist in Curaçao die Unabhängigkeit beim Tauchen. Man fährt mit dem Auto direkt zum Tauchplatz, zieht die Ausrüstung an und taucht ab – wann, wie oft und wie lange man möchte – nur die Deko setzte uns Grenzen. Oftmals ist man am Tauchplatz ganz alleine. Unter Wasser gibt es riesige Gärten aus Hartkorallen in allen möglichen Formen, sehr viele Fischschwärme, Schildkröten, Barrakudas und Tunfische – jedoch sehr wenige richtig große Fische, wir haben nur einen einzigen Ammenhai gesehen. Die Wracks sind allerdings eine gute Abwechselung.

Natürlich kann man den Aufenthalt auf Curaçao mit einem Inselhopping nach Bonaire und Aruba verbinden. Unter Wasser bietet Bonaire ähnliche Bedingungen, ist allerdings etwas teurer, Aruba hingegen hat sich mehr auf Strandurlauber spezialisiert. Wir waren nach wenigen Tagen so tiefenentspannt, dass uns als Abwechselung zum Tauchen gelegentliche Überwassertripps ausreichten. Auf Tagestouren mit Tauchbooten haben wir verzichtet, da sie unverhältnismäßig teuer waren.

Unsere Lieblings-Tauchplätze:

  • Superior Producer: tolles großes Schiffswrack – durch das man tauchen kann; viele silbern schimmernde Tarpune; nur tauchbar, wenn kein Kreufahrtschiff anliegt; Vorsicht: Auto auf dem Parkplatz lassen, sonst sehr hohe Einbruchgefahr
  • Car Pile: Autofriedhof – etwas vom Strand entfernt, also erst bei den Wracks abtauchen und auf 45m liegt auch ein Schiffswrack
  • Playa Mansalina: einsame Strände und viele Salatschnecken im Flachbereich
  • Playa Forti und Playa Grandi: große verfressene Schildkröten und Sardinenschwärme im flachen Wasser
  • Alice in Wonderland: direkt vor der Haustür von Go West Diving, klare Sicht und schöne Korallen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s