Quilotoa Loop

. . . Höhen und Tiefen liegen oft nah beieinander!

Nach eine dreistündigen Fahrt auf der Panamericana nach Süden durch die wunderschöne Andenlandschaft bezogen wir in Latacunga im Hostal Tiana für zwei Nächte ein gemütliches Zimmer. Die Stadt ist wenig touristisch, dient den meisten lediglich als Ausgangspunkt für Mehrtagestouren und außer uns sind nur wenige Backpacker unterwegs. Hier trafen wir erstmals auf die wirklich ecuadorianische Gesellschaft. Wir waren umgeben von traditionell gekleideten Andenbewohnern, die sich freuten, uns zu sehen. Wir spazierten durch die Stadt und den Foodmarkt mit allen seinen Gerüchen, konnten dort aber nichts essen.

Nach zwei Nächten in Latacunga lagerten wir in unserer Unterkunft die großen Taschen ein und fuhren mit kleinem Rucksack und dem Nötigsten für drei Tage nach Sigchos, dem Ausgangort für den dreitägigen Quilotoa Loop. Die Busfahrt führte uns stundenlang durch das Andengebirge auf nicht enden wollenden Serpentinenstraßen bergauf und bergab. Marion war es nicht ganz wohl dabei…

Der Schock… so ein S****ß!

Als wir den Bus endlich in Sigchos verlassen konnten, war Marions Rucksack verschwunden – mit Kleidung, Kosmetik, Tabletten, Handy und GoPro-Kamera – das war ein gewaltiger Schock! Alles ist weg! Leider sind wir nicht ganz unschuldig, wir hatten den Rucksack über uns auf der Ablage verstaut statt ihn auf dem Schoß zu behalten.

Zum Glück hatten wir Mila bei uns, die uns als Übersetzerin ins Spanische half – bei der Polizei und beim Besorgen einiger wichtiger Dinge. Gut, dass wir die Filme und Fotos größtenteils gesichert und die wichtigen Dokumente in Marcs Gepäck hatten. Wir sollten allerdings zwei Tage später wieder im Ort bei der Polizei vorsprechen, was unseren Reisverlauf durcheinander brachte. Die Polizisten rieten uns dringend davon ab, so spät die drei- bis vierstündige Etappe nach Isinliví anzutreten und boten uns einen Transfer im Polizeiwagen an. Wir nahmen das Angebot an und waren irgendwie froh darüber, schnell zur nächsten Unterkunft zu gelangen. Wieder ging es über Serpentinen auf Schotterstraßen durch die wunderschöne Landschaft. Dieses Mal saßen wir hinten eingepfercht im Polizeiwagen mit „Raumteiler“ zu den Vordersitzen – irgendwie skurril.

Im Hostal Taita Cristobal in Isinliví wurden wir herzlich empfangen. Wir waren nur fünf Gäste und wurden von der Besitzerin und ihrem Sohn verwöhnt. Da unser Plan nun durcheinander geraten war und wir wieder zurück nach Sigchos mussten, ließen wir uns am nächsten Morgen nach Quilotoa fahren, um von dort aus den Loop zurückzuwandern. Diesen Mal genossen wir die Fahrt und erfuhren einiges über das Leben und die Landschaft.

Endlich doch noch wandern…

Schon der Start um den Kratersee des Quilotoa-Vulkans war atemberaubend. Der Weg führte uns am Kraterrand entlang und dann hinein in die wunderschöne Landschaft, die wir ja bisher nur aus dem Autofenster gesehen hatten.

Wir trafen auf abgeschiedene kleine Bauernhöfe mitten in den Bergen, auf denen aber tatsächlich Menschen leben, auf aggressive Hunde, die diese bewachten und auf Kinder, die Fotos machen wollten oder uns für Süßigkeiten den Weg zeigten. Wir hatten nicht viel für sie, aber sie freuen sich trotzdem und winken uns noch lange hinterher.

Nach sechs Stunden anstrengender, aber befreiender Wanderung in steilem Gelände mit wunderbarer Natur erreichten wir unser Hostel Cloud Forest in Chucchilán. Abends erzählten wir bei Kaminfeuer mit einigen anderen Gästen von den Erlebnissen. Das Abendessen war einfach, aber geschmacklich gut. Der Hostelbesitzer regelte persönlich für den nächsten Tag die Fahrt und den Besuch bei der Polizei und half uns, bis wir im Bus zurück nach Latacunga saßen. Wir machten auf diesem Trip zwar mit der negativen Seite Südamerikas Bekanntschaft, aber erlebten auch die große Hilfsbereitschaft der Ecuadorianer, die sich für die schwarzen Schafe in ihrer Gesellschaft schämen. Zurück in Latacunga planten wir die Weiterreise auf die Galapagos-Inseln und mussten uns von Mila verabschieden. Noch einmal kehrten wir zurück ins Secret Garden nach Quito, wo wir ein paar gestohlene Dinge ersetzen konnten.

Rückblickend ist Ecuador eines der landschaftlich schönsten Länder, die wir je bereist haben. Das kleine, liebenswerte und hilfsbereite Andenvölkchen haben wir trotz der negativen Erfahrung in diesem Land wirklich liebgewonnen. Es ist eines der wenigen Länder, die wir in naher Zukunft wieder bereisen möchten. Es ist sicher der ideale Ausgangspunkt für Reisen nach Südamerika.

Cotopaxi-Nationalpark   /   Galapagos Islands

Reiseroute Sabbatical 2017/18

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