Cobá – Valladolid – Chichén Itzá

… KulTour die Zweite!

Cobá

Von Tulum aus ist Cobá in ca. 90 Minuten mit dem Auto zu erreichen, auch Busse fahren die Ruinen von allen touristischen Orten aus regelmäßig an. In Cobá, der ersten Etappe unserer dreitägigen Ruinentour, übernachteten wir im Sac Be Hotel mit bequemen Betten, Klimaanlage, Parkplatz auf dem Gelände, kleinem Restaurant und Minimarkt. Vor allem ist das Hostel aber nahe an den Ruinen gelegen, sodass wir diese gleich morgens besuchen konnten. Ein früher Besuch der Ruinen lohnt sich immer, es ist weniger heiß und die Besucherzahl hält sich in Grenzen.

Die ursprüngliche Zeremonialstätte wurde während der klassischen Mayaperiode (600 – 900 n. Chr.) erbaut und war in der Blütezeit der Maya eine der größten Städte auf der Halbinsel Yucatán. Allerdings war sie aus noch unbekannten Gründen schon bei der Ankunft der Spanier verlassen. Eine Zeremonialstraße,  die „Sac Be“ (weiße Straße), verband Cobá mit Chichén Itzá und Tulum. Die Stadt nahm zwar eine Fläche von bis zu 70 km² ein und hatte ein stark bebautes Zentrum, um das herum die Besiedlung sehr viel offener und verstreuter wurde.

Die Ruine von Cobá ist recht weitläufig und die teilweise freigelegten Tempel sind im dichten Dschungel verteilt. Wir sind zu Fuß die Dschungelwege entlang spaziert und fanden es sehr reizvoll, denn es gibt viel mehr zu entdecken, wenn man sich Zeit nimmt und die Natur auf sich wirken lässt. Man kann sich aber auch ein Fahrrad mieten oder sich von einer Fahrradrikscha kutschieren lassen. So beobachteten wir winzig kleine Bienen, die in Bäumen wohnen, Blattschneiderameisen, die beschäftigt unseren Weg kreuzten, beeindruckende Baumformationen, zahlreiche kleine und größere Echsen, Eichhörnchen und es gab auch Tiere, die wir lieber übersehen wollten.

Unser Weg durch die Ruinen führte uns am Schluss zu dem eigentlichen Highlight: einen Tempel, den man besteigen kann und dann mit einem wundervollen Blick über den Dschungel belohnt wird. Allerdings sollte man dabei schwindelfrei sein.

Valladolid

In Valladolid, einer kleinen bunten Stadt aus der Kolonialzeit, haben wir einen Zwischenstopp auf dem Weg zwischen Cobá und Chichén Itzá eingelegt. Die Stadt ist einen Abstecher wert und wirklich hübsch anzuschauen. Sie hat einen schönen Marktplatz mit umgrenzender hübscher, bunter Bebauung und eine kleine Markthalle im Kolonialstil bietet einige Essensstände und Sitzgelegenheiten – hier haben wir sehr lecker zu Mittag gegessen. Nach einem Besuch im Supermarkt war auch unsere Kühlbox aufgefüllt und wir waren bereit zur Weiterfahrt.

Chichén Itzá

Mit einer Fläche von 1547 Hektar ist Chichén Itzá einer der ausgedehntesten Fundorte in Yucatán und hatte zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert überregional sehr große Bedeutung. Einzigartig ist, dass verschiedene Maya-Architekturstile nebeneinander auftreten. Das Zentrum wird von zahlreichen monumentalen Repräsentationsbauten mit religiös-politischem Hintergrund eingenommen, aus denen eine große, weitestgehend erhaltene Stufenpyramide herausragt. Im direkten Umkreis befinden sich Ruinen von Häusern der Oberschicht. Chichén Itzá war politisches Zentrum und Königsitz. Zudem wurden hier überregionale Spiele und Zeremonien durchgeführt.

Nach einer Nacht im Chichén Itzá Hotel mit Pool und großem, klimatisiertem Zimmer besichtigten wir auch hier wieder gleich früh morgens die Ruinen. Vor dem Eingang trafen wir auf eine sehr nette deutsche Familie, die beruflich in Mexiko lebt, und beschlossen, uns gemeinsam eine Führung zu buchen. Wir hatten sogar das Glück, mit einem deutschsprachigen Guide die Ruinen und die Maya-Kultur so um einiges besser kennenzulernen. Die Ruinen sind sehr gut restauriert worden, sodass sich sogar wieder Steinbilder erkennen und die ehemals sehr bunten Malereien erahnen lassen. Chichén Itzá hat uns sehr beeindruckt.

Durch den Guide erfuhren wir, dass

  • die perfekte Symmetrie des Stufentempels dadurch erreicht wurde, dass die Treppen nach oben breiter und die Stufen größer werden, um sie dem Betrachter gleichgroß erscheinen zu lassen,
  • sich mehrere Stufenpyramiden übereinander befinden, die die wechselnden Könige für sich immer größer und höher erbauten,
  • die Akustik eine große Rolle spielte und die Gebäude so zueinander stehen, dass an bestimmten Punkten unterschiedliche Schalleffekte zu hören sind,
  • die Mayas Ballspiele liebten, große Turniere zwischen den Stämmen veranstalteten und es wahrscheinlich eine Ehre der besten Spieler war, danach geopfert wurden,
  • die Kinder bei geringen Wasserständen der Cenoten mit Schmuck behängt wurden und in die Cenoten geworfen wurden (die Spanier fanden während der Ausgrabungen viele Kinder-Knochen und Schmuck in den Cenoten),
  • dass die Fenster in den Tempelanlagen nach den Sonnenstrahlen zur Winter- und Sommersonnwende und zur Tag- und Nachtgleiche ausgerichtet sind.

 

Tulum und Sian Ka´an   /   Bacalar

Reiseroute Sabbatical 2017/18

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