Flores und Tikal

Insel-Leben und Ruinen

Anreise

Die Anreise von Chetumal (Mexiko) über Belize nach Guatemala aus war lang. Wir haben sie von Chetumal aus durchgebucht, was nicht die günstigste, aber die für uns einfachste Variante war. Mehrere Male mussten wir aus dem Bus, zum Ausreise-, dann zum Einreiseschalter an den Grenzen und warten, warten, warten… Wir mussten an der Grenze nach Belize all unser Gepäck durch den Zoll schleppen und auf der anderen Seite wieder in den gleichen Bus. An der Grenze zu Guatemala blieb uns dies erspart, hier durften wir mit Handgepäck durch und das Gepäck konnte im Bus bleiben. Zahlen mussten wir auch, bei der Ausreise aus Mexiko 40 $ und aus Belize wieder 30 $, obwohl wir nur durchgefahren sind.

Flores

Die kleine Insel im Péten-See wird hauptsächlich wegen ihrer Nähe zu Tikal, der berühmtesten Maya-Stätte der Welt, bereist. Auch wir haben sie als Ausgangspunkt für einen Besuch von Tikal ausgewählt und sind sogar ein paar Tage länger als geplant geblieben. Die kleine Insel-Stadt, die durch einen Damm mit Santa Elena verbunden ist, hat einen eigenen Charme mit bunten Häusern, gemütlichen Cafés, Bars und Restaurants, einer kleinen Kirche auf dem Hügel in der Mitte der Insel und jeder Menge knatternder Tuctucs. Der See lädt zum Schwimmen, Kanu fahren oder einer Bootstour ein. Es ist ein touristischer Ort und sicherlich kein Platz, um ein authentisches Bild guatemaltekischer Kleinstädte zu bekommen. Dies kann man jedoch gleich über den Damm in Santa Elena bekommen. Uns hat Flores gut gefallen, wir hatten ein schönes Zimmer mit Seeblick im Hotel Union und wir haben hier einige Tage entspannt, gebadet, genossen, gegessen und natürlich auch Tikal besucht.

Tikal

Für uns ist Tikal die beeindruckendste Maya-Stätte auf unserer bisherigen Reise. Der Park erstreckt sich über ca. 65 km², doch davon liegen noch geschätzte 70 % unentdeckt im Urwald. Funde in Tikal gehen auf 900 v. Chr. zurück. Ab dem 500 v. Chr. entstanden die ersten komplexen Bauten und aus dem Dorf formte sich eine Stadt. Ab ca. 200 v. Chr. hatte sich Tikal zu einer wichtigen machtvollen Metropole entwickelt und stieg zunehmend zur machtvollen überregionalen Metropole auf. Nach 879 n. Chr. wurden alle Bautätigkeiten eingestellt und die Stadt wurde in den nachfolgenden Jahren verlassen.

Gleich war klar, dass wir eine der Sonnenaufgangstouren buchen. Ein Preisvergleich unter den zahlreichen Anbietern in Flores lohnt sich. Wir wurden um drei Uhr nachts am Hotel abgeholt und während einer eineinhalb stündigen Fahrt in einem Minivan nach Tikal gebracht. Dort angekommen checkten wir mit unserem Guide in den Maya-Park ein. Leider hat sich diese Prozedur aufgrund der Unfähigkeit der Angestellten so lange verzögert, dass es schon dämmerte, als wir Richtung Tempel, auf dem wir den Sonnenaufgang sehen wollten, aufbrachen. Es war ärgerlich, schließlich hatten wir für diese Tour gezahlt. Los ging es also im Laufschritt teils über Wurzeln, Pfützen und Treppen ca. 30 Minuten durch die Anlage zum entlegenen Tempel 4, mit 65 Metern einer der höchsten in der Maya-Welt. Als wir total verschwitzt und erschöpft endlich auf dem Tempel ankamen, war es natürlich schon hell. Doch den Sonnenaufgang an diesem Morgen hätten wir sowieso nicht gesehen, es war bewölkt und dunstig vom Regen in der Nacht.

Ein fantastisches Erlebnis aber war, das Erwachen des Urwaldes von hier oben zu beobachten oder besser zu hören. Noch beim Aufstieg zum Tempel wurden die nächtlichen Grillen allmählich von einzelnen Vogelstimmen übertönt. Immer mehr unterschiedliches Gezwitscher kam dazu und die Geräusche wurden lauter. Uns plötzlich begann der Urwald von überall her zu brüllen. Sehen konnten wir die Brüllaffen nicht, aber an der Bewegung der Baumwipfel konnte man erahnen, wo sie sich befanden. Es war eine wundervolle Entschädigung für den verpassten Sonnenaufgang.

Im Anschluss führte uns unser Guide durch die Tempelanlage und gerade dieser dunstige Morgen verlieh der Szenerie etwas Mystisches. Wir hörten viel Bekanntes von den Majas, aber auch einiges Neues. Gerade hier in Tikal warteten 2012 tausende Menschen auf den Weltuntergang (oder manche auf Raumschiffe der Außerirdischen, die sie abholten) als der Maja-Kalender endete… es geschah jedoch nichts 🙂

Tempel aufwärts und Tempel abwärts ging es durch die ganze riesige Anlage und zum Schluss hatten wir noch Zeit den Hauptplatz und die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Das Besteigen der vielen Tempel machte diese Tour zwar anstrengend, aber dafür wurden wir mit fantastischen Ausblicken belohnt. Während unserer Tour kreuzten sogar einige lustige Nasenbären unsere Wege und einen Tukan bekamen wir auch ganz kurz zu sehen.

Bacalar  /   Roatan (in Arbeit)

Reiseroute Sabbatical 2017/18

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